Genzo

1994 bekommt Genzo durch einen Schulfreund sein erstes Breakbeat-Tape in die Finger – und bei einem sollte es nicht bleiben. Bald schon stapeln sich Kassetten von Slipmatt, Vibes, Hype und Aphrodite in seinem Regal. „Damals gab es in meinem Freundeskreis einen ziemlichen Hype – viele meiner Leute besorgten sich Dj-Equipment, man traf sich um zu mixen, Tapes zu tauschen oder Platten voneinander zu kaufen. Wenn ich an diese Anfänge denke, ist mir das einmalige Gefühl, wenn man eine Platte endlich in Händen hält, die man zuvor nur von heißgeliebten Tapes kennt, noch sehr vor Augen. Das kann vielleicht keiner nachvollziehen, der damals nicht dabei war.“

Ein Jahr später beginnt Genzo selbst Platten aufzulegen. Seine Drum and Bass-Mixtapes machen in Bremen die Runde, und fallen dabei auch Lifeline Promotions in die Hände – die prompt erste Bookings auf Bremer Partys für ihn organisieren. Auf der ersten One Nation in Deutschland dann fällt einer der UK-Djs kurzfristig aus – und Genzo darf für ihn einspringen. Das wird sein erster Auftritt vor mehreren tausend Gästen. In den Folgejahren ergeben sich die Bookings fast von selbst.

Parallel zu seiner Dj-Karriere beginnt Genzo bereits im Jahr 1996 auf dem Dachboden eines Freundes selbst zu produzieren – auf einem Amiga 2000. „Als Producer ist es möglich immer neue Ideen einzubringen, und das gefällt mir. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Alles ist erlaubt, solange es knallt.“ Immer neugierig darauf Neues auszuprobieren, tritt Genzo seit 2011 außerdem als Keyboarder und Dj mit seiner Band Aelement auf, die 2013 u. a. für Bremen beim New Music Award antreten. Aelement bezeichnen ihren Musikstil als „Punk and Bass“, und machen mit ihrem kompromisslosen Sound dieser Symbiose alle Ehre.

Mittlerweile hat Genzo mehrere tausend Platten verkauft, hatte Releases auf Aphrodites Plattenlabel „Urban Takeover“ und hat bereits große Festivals wie die Innovation in the sun (Spanien) oder das Sonne Mond und Sterne-Festival bespielt. Anfang dieses Jahres wurde seine EP „Lost Signal Remix“ veröffentlicht. „Früher wie heute ist es die Energie, die bei dieser Art von Musik rüberkommt, die mich antreibt. DnB ist aus meiner Sicht eine Musik, die man nicht nur hören sondern auch fühlen kann. Wenn man, wie ich, so viel Liebe und Arbeit in seine Musik steckt, und du dann siehst, wie hunderte von Menschen auf deinen Tune oder deinen Mix abfeiern und Rewind brüllen – das ist das schönste Gefühl, das ich mir vorstellen kann.“